Pressemitteilung: Chance auf wichtige Fördergelder für “Kleinprojekt” verspielt: SPD kritisiert „absurdes Verfahren“ beim Sporthaus
In der Ratssitzung am 18.12.2025 hat eine Mehrheit für die Einreichung einer Projektskizze zum Neubau eines “Sporthauses” am Eggestadion gestimmt. Die SPD-Fraktion lehnte das Vorhaben geschlossen ab. Der Grund ist ein gravierender strategischer Fehler: Mit diesem Beschluss droht die Stadt eine einmalige Förderchance für ein am Ende „kleingeschrumpftes“ Projekt zu verbrauchen, während dringend notwendige Großinvestitionen im Schulsport blockiert werden.
Der logische Widerspruch: Großer Antrag, kleines Ergebnis.
Besonders kritisch sieht die SPD die Beschlusslage, das Projekt nach einer möglichen Förderzusage „auf das Notwendige“ zu reduzieren.
„Das Vorgehen ist paradox und strategisch kurzsichtig“, erklärt der Fraktionsvorsitzende Celil Celik. „Wir reichen Pläne für ein überdimensioniertes ‚Luxus-Vereinsheim‘ ein, um es dann später zusammenzustreichen. Wenn wir am Ende ohnehin nur eine kleine Lösung bauen wollen: Warum verbauen wir uns dafür die Chance auf Millionen-Förderung für unsere großen Pflichtaufgaben? Dieses Förderprogramm hätte aus unserer Sicht besser für eine notwendige neue Sporthalle oder Investitionen für das Schwimmen in unserer Stadt genutzt werden müssen.“
Die Befürchtung der Sozialdemokraten: Förderprogramme des Bundes sind oft „Tickets“, die eine Kommune nur einmal ziehen kann. „Rechtlich gesehen, können sich Kommunen mit einer unbestimmten Anzahl an Projekten bewerben. Die Realität sieht jedoch häufig anders aus.”, erklärt der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Ralf Leßmann. “Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass wir unsere Chance auf die Sanierung unserer maroden Sportinfrastruktur mit Bundesmitteln zu sanieren vergeben, nur um ein Projekt zu fördern, das wir nach der Reduzierung vermutlich auch mit einfacheren Mitteln hätten stemmen können“, so Leßmann.
Das Vereinshaus wurde in der Verwaltungsvorlage mit knapp 2,5 Mio. € beziffert. Bei einem Fördersatz von 45% bedeutet das eine Förderung in Höhe von etwa 1,1 Mio.€ für das Vereinshaus. Bei einer maximalen Förderung von 8 Mio.€ bleiben somit knapp 7 Mio.€ aus dem Bundesprogramm ungenutzt, die wir gut für den Neubau einer Sport- und Schwimmhalle hätten nutzen können.
Die SPD betont, dass dieses Dilemma vermeidbar gewesen wäre. Dokumente belegen, dass die Absicht des Bürgermeisters, sich auf Fördergelder für das Sporthaus zu bewerben, bereits im November bestand. Dennoch erhielt der Rat entscheidende Dokumente erst am 15. und 16.12. zur Verfügung gestellt.
„Hätte man die Fraktionen frühzeitig eingebunden, hätten wir gemeinsam eine passende Lösung entwickeln können, die den Bedarf des Vereins deckt, ohne die großen städtischen Förderchancen zu gefährden,” kritisiert der SPD-Stadtverordnete Christian Lanz. “Es scheint jedoch, dass an einer gemeinsamen Lösung kein Interesse bestand. Erneut wurde der Rat und damit auch die Öffentlichkeit bis zuletzt im Unklaren gelassen“, so Lanz weiter.
Statt Kooperation setzte die Verwaltungsspitze auf Zeitdruck. Der Rat musste nun über Pläne abstimmen, die selbst die Verwaltung als nicht final betrachtet. „Wir sollten grünes Licht für einen Palast geben, verbunden mit der vagen Zusicherung, dass am Ende nur eine Hütte gebaut wird“, fasst die SPD-Stadtverordnete Hafsat Güngör zusammen. „Das ist keine seriöse Politik, sondern ein Blindflug auf Kosten zukünftiger Generationen.“
Die SPD-Fraktion kündigt an, genau darauf zu achten, ob die versprochene Reduzierung der Kosten tatsächlich stattfindet und welche Konsequenzen dieser Beschluss für die notwendigen Investitionen am Schulzentrum haben wird.
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