Kategorie: Ratsfraktion

Kein Nationalpark im Stadtwald Horn


Mehrfach hat sich der Stadtrat mit dem Thema Nationalpark befasst, letztmalig in seiner Sitzung im März diesen Jahres. Mehrheitlich haben sich die Stadtverordneten dazu durchgerungen, ein vom Land NRW in Auftrag gegebenes Wertgutachten zu unterstützen. Ein abschließendes Votum zu der Frage, wie mit dem Stadtwald umgegangen wird, sollte nach vollständiger Informationslage getroffen werden.

In einer Presseerklärung teilt nun die SPD-Ratsfraktion mit, dass sie auf Grund der verfügbaren Informationen zu einer Meinung gekommen ist. „Nach Abwägung aller spezifischen Belange unserer Stadt können wir weder einer Überplanung noch einem Verkauf unseres Stadtwaldes zustimmen,“ fasst der Fraktionsvorsitzende Thomas Tölle die Beratungen zusammen. “Wir versuchen derzeit unter größten Anstrengungen ein Industriegebiet in Horn-Bad Meinberg zu entwickeln. Die einzige regionale Ressource Holz würde durch eine Umwidmung der Waldflächen in ihrer Nutzung einschränkt. Dieser Umstand aber hätte eine fatale Signalwirkung auf Investoren, die wir für unser Industriegebiet umwerben,“ heißt es weiter.

Die zahlreichen Gutachten würden auf Annahmen fußen, die für die örtlichen Sozialdemokraten nicht ohne weiteres nachvollziehbar seien. Während der Nationalpark allenfalls indirekt den Tourismus fördern würde, würden Stadt und Landesverband das Staatsbad Meinberg seit Jahrzehnten mit jährlichen Beträgen von rund 1 Mio. EUR direkt subventionieren. Der mäßige Erfolg sei allen Beteiligten bekannt, lautet der dezente Hinweis der SPD an die Gutachter und deren Auftraggeber. „Wir sind froh, die Strukturen zu halten. Geld allein, so ist unsere Erfahrung, schafft keinen einzigen Gast mehr in die Region,“ glaubt Tölle.

Vielmehr sei zusätzlich noch hohes privates Engagement erforderlich, um wirtschaftlich positive Effekte zu heben. Nur könnten diese nicht erreicht werden, wenn das Umfeld einen Nationalpark ablehne. „In unserer Stadt spüren wir erheblichen Widerstand gegen die Planungen. Die Überzeugungsarbeit sehen wir in Horn-Bad Meinberg als gescheitert an. Es wäre ein schwerer Fehler, einen Nationalpark gegen die Bürger und Beteiligten durchzusetzen,“ heißt es in der Stellungnahme abschließend.

 


 
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